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Oxara erstellt nachhaltige Stadtmöbel für die SBB

29.8.21
Oxara giesst Stadtmöbel im Hangar 4

Man nehme lehmhaltige Erde wie beispielsweise Aushub einer Baustelle, mische Wasser sowie Oxacrete© dazu und giesse die Mischung in eine Schalung. Nach ein bis zwei Tagen ergeben sich daraus nachhaltige Sitzelementen – ohne Zugabe von Zement. Diese werden in den Mobility-Sharing-Zonen in Bahnhofsnähe von der SBB getestet.

Möglich macht dies das ETH-Spin-off Oxara, das im Oktober 2019 mit der Vision gegründet wurde, einen Zugang zu nachhaltigen und kostengünstigen Baumaterialien zu ermöglichen. Im Zentrum der Oxara-Technologie steht das mineralisches Zusatzmittel Oxacrete©, welches ermöglicht, auf eine Art und Weise mit Erde zu bauen, als wäre es Beton, allerdings ohne die Zugabe von Zement. Aushubmaterial wird so zu einem nachhaltigen Baustoff umgewandelt und kann wiederverwendet werden. Ein Kreis in der Baubranche wird geschlossen.

Die ersten Prototypen entstehen in den Hangaren des Innovationsparks

Im Innovationspark in Dübendorf stellt Oxara im Auftrag der SBB Sitzelemente her, welche künftig für Mobility-Sharing-Zonen in Bahnhofsnähe getestet werden. In den Hallen des Innovationsparks hat Oxara genügend Platz zur Verfügung, um zwölf Prototypen von Mitte August bis Ende September 2021 herzustellen. Und so wird produziert: Zuerst werden die Schalungen zusammengesetzt und befüllt, beim Erreichen der Frühfestigkeit werden die Elemente wieder ausgeschalt und ausgetrocknet. Anschliessend werden ihre Oberflächen bearbeitet und die Sitzflächen montiert. All diese Schritte führt Oxara auf dem Gelände des Innovationsparks durch. Der dazu benötigte Erdmischung Cleancrete© wurde auf einem Werk der Kibag gemischt und anschliessend mit einem Fahrmischer auf das Gelände gefahren, wo die Mischung direkt eingefüllt werden konnte. 

Erde als günstiger und nachhaltiger Rohstoff

Der Rohstoff Erde wird in vielen Gegenden der Welt erfolgreich seit langer Zeit als Baumaterial verwendet. Im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Baustoffen ist Erde überall vorhanden, verursacht praktisch keinen CO2-Ausstoss und ist günstig. 

Oxara beschäftigt sich nun mit der Frage, für welche Bauteile sich gegossene Erde auch in der Schweiz eignet. Wenn auch nicht immer sichtbar, wurde auch in der Schweiz auf traditionelle Weise mit Lehm gebaut. Die dabei verwendeten Techniken wie Stampflehm oder Wellerlehm sind jedoch arbeitsintensiv und daher teuer. Der Erdbeton von Oxara ist daher darauf ausgelegt, die gleichen Infrastrukturen zu nutzen, wie sie zur Herstellung von Beton verwendet werden, was einen neuen Zugang zum Erdmaterial ermöglicht.