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Rückblick 2019: Das Projekt Innovationspark entwickelt sich

11.2.20
Author: René Kalt
Jahresrückblick 2019 Innovationspark Zürich

Auch wenn sich – von aussen betrachtet – auf dem Areal des Innovationsparks im Jahr 2019 wenig verändert hat: Im Innern und hinter den Kulissen herrscht emsige Betriebsamkeit. Aufgrund von Rekursen und ausstehenden Gerichtsentscheiden dürfen sich nach wie vor keine Unternehmen auf dem Areal ansiedeln. Aus dieser Not haben wir mit dem «Wartezimmer» für Firmen bei der Maagtechnic eine Tugend gemacht: Einige aufstrebende Firmen haben dort bereits Räumlichkeiten bezogen. Über 5'000 Besucherinnen und Besucher haben 2019 die Infrastruktur des Innovationsparks für Events aller Art genutzt. Die ETH Zürich hat mit ihrem Innenausbau der Halle 3 die Grundlage für Forscherteams geschaffen, die hier schon bald ein optimales Umfeld für ihre Tests und Experimente vorfinden. Und mit dem Entwicklungskonzept hat der Arealentwickler HRS zusammen mit der Stiftung das Fundament des Gesamtprojekts erarbeitet. Der Innovationspark Zürich steht in den Startlöchern!

70 Fachleute haben 2019 innerhalb von lediglich sechs Monaten mit dem Entwicklungskonzept für den Park die Weiterentwicklung der städtebaulichen Studie erarbeitet – interdisziplinär, effizient und mit Weitblick. HRS verpflichtet sich, den Innovationspark Zürich zu entwickeln, zu realisieren, zu finanzieren und zu vermarkten sowie die erste Bauetappe des Innovationsparks zu betreiben. Dadurch konnte die Stiftung die Immobilienthemen und die damit verbundenen Entwicklungsarbeiten an einen professionellen privaten Investor abgeben. Das Konzept beinhaltet unter anderem einen Katalog mit Massnahmen, wie der Park nachhaltig entwickelt und dereinst betrieben werden kann. Es basiert auf dem Entwicklungsvertrag, den die Stiftung Innovationspark Zürich und die HRS Investment AG im Januar 2019 unterzeichneten. An der gemeinsam mit HRS gegründeten Arealentwicklungsgesellschaft hält die Stiftung einen Anteil von zehn Prozent.

Bald bauen Studierende in der Halle 3 Raketen, Rennboliden und Transportkapseln

Die ETH Zürich hat im Sommer 2019 mit dem Innenausbau ihres Teils der Halle 3 begonnen. Das sogenannte MATRIX laboratory des Centre for Immersive Wave Experimentation von Prof. Dr. Johan Robertsson ist ab Februar 2020 bezugsbereit. Gleichzeitig laufen Ausbauarbeiten für den Einzug der ETH Competition Teams AMZ Racing, Swissloop und ARIS Space: Mit ihnen ziehen neue Ideen für Rennautos der Formula Student und Hyperloop-Pods sowie «Rocket Science» in die Halle 3 ein. Damit manifestiert sich, dass auch zukunftsweisende Mobilitätsthemen künftig auf dem historischen Militärflugplatz Dübendorf erforscht werden.

Mehr als zwei Events pro Woche

Über 5'000 Personen von zahlreichen Unternehmen und Institutionen haben im vergangenen Jahr das Areal des künftigen Innovationsparks besucht. Sie haben hier an über 130 Workshop, Führungen, Konferenzen, Präsentationen und Hacks im H3 Event Space sowie im «Chuchichäschtli» ein inspirierendes Umfeld gefunden, um «out-of-the-box» zu denken.

Ansiedlungen von Unternehmen hingegen waren 2019 aufgrund von Einsprachen und fehlender Zonenkonformität noch nicht erlaubt. Wir haben diesen Umstand überbrückt, indem wir interessierten Unternehmen mit Räumlichkeiten bei der Firma Maagtechnic die Chance bieten, sich im «Wartezimmer» des Innovationsparks anzusiedeln. Diese Möglichkeit wird geschätzt und rege genutzt: Seit letztem Jahr steht hier insgesamt 1’400 Quadratmeter Mietfläche und somit doppelt so viel Platz wie 2018 zur Verfügung.

Entscheid zum Kantonalen Gestaltungsplan steht aus

Der Verpflichtungskredit des Kantonsrats, der vor allem die Baurechte des Bundes sowie die Erschliessung des Parks finanzieren soll, wurde in den vorberatenden Kommissionen besprochen. Es wird erwartet, dass die letzte Kommission ihre Schlussabstimmung noch Anfang dieses Jahres durchführt und das Geschäft danach ins Parlament kommt. Überwacht wird dieser Kredit von 217.6 Millionen Franken durch eine Leistungsvereinbarung zwischen der Stiftung und dem Kanton Zürich sowie durch ein Controllingkonzept.

Die Rechtsmittelverfahren zum Kantonalen Gestaltungsplan sowie zur Umzonung der Randbebauung liegen in zweiter Instanz beim Verwaltungsgericht. Ohne dessen Rechtskraft sind weder eine Ansiedlung von Unternehmen noch Bauaktivitäten der Stiftung auf dem Flugplatzareal möglich.

Die Zentralschweiz und das Tessin rücken näher

Die Innovationsparks Zentralschweiz und Tessin sollen im Rahmen der nationalen Initiative «Switzerland Innovation» mit dem Park Zürich verbunden werden. Die Synergien einer Assoziierung wurden im Jahr 2019 festgehalten. Im 3. Quartal 2020 wird die nationale Qualitätsjury die Dossiers der Kandidaten unter die Lupe nehmen. Das Verfahren wird voraussichtlich bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Mit Peter E. Bodmer erhielt die Stiftung Ende März 2019 einen neuen Präsidenten. Seine Vorgängerin Regierungsrätin Carmen Walker Späh ist aus dem Stiftungsrat ausgetreten. Stadt- und Nationalrat Martin Bäumle vertritt neu die Stadt Dübendorf in diesem Gremium und ersetzt den ehemaligen Stadtpräsidenten Lothar Ziörjen. Weiter wurde Dr. Christian Wenger in den Stiftungsrat gewählt.

Zu einem personellen Wechsel kam es ebenso im strategischen Gremium der nationalen Stiftung Switzerland Innovation: Nach dem Ausscheiden der ehemaligen Stiftungsräte Prof. Dr. Lino Guzzella und Carmen Walker Späh nehmen der neue ETH-Präsident Prof. Dr. Joël Mesot und Gabriela Winkler, Stiftungsrätin des Parks Zürich, Einsitz.

 

René Kalt, Geschäftsführer Innovationspark Zürich